Interview mit Jennifer Blake

Fast jeder Liebesromanleserin in Deutschland ist der Autorinnenname Jennifer Blake ein Begriff. Ihre Bücher bieten ausgezeichnete Unterhaltung und werden immer wieder gern gelesen. In letzter Zeit ist es auf dem deutschen Romance-Markt still geworden um die Autorin. Ein Grund mehr für mich nachzufragen, ob sie mit dem Schreiben aufgehört hat. Das ist nicht der Fall, wie sie in diesem Interview bestätigt, Jennifer Blake hat lediglich ihren Verleger gewechselt. 

Zuletzt erschien von der Autorin "Wie eine wilde Rose" im Bertelsmann Club.

Isolde: Können Sie uns etwas über sich erzählen? Wer Sie sind, was Sie mögen und was Sie nicht mögen, wo Sie herkommen...

Jennifer Blake: Ich bin in Louisiana im Süden der USA geboren und aufgewachsen. Meine Wurzeln sind Englisch, Irisch, Walisisch, Schottisch-Deutsch, Französisch und Indianisch – so bunt gemischt, daß ich mich als gutes Aushängeschild für die Vereinigten Staaten als "Schmelztiegel" der Kulturen bezeichnen kann. Meine Vorfahren kamen vor 1819 nach Louisiana, so daß meine Familie seit sieben oder acht Generationen amerikanisch ist. Ich lebe auf dem Land, die nächste größere Stadt ist rund 40 Meilen entfernt - ich mag Städte nicht unbedingt gerne, außer für einen Besuch. Mein Haus, das im Westindischen Stil erbaut ist, liegt an einem See, wo ich von meinem Büro aus durch französischen Türen auf eine große Wasserfläche und viele Bäume schaue, Wildenten und -gänse sowie große weiße und blaue Kraniche beobachten kann. Ich bin gerne am Wasser, mag den Frieden und die Stille dort. Im allgemeinen entspreche ich der durchschnittlichen introvertierten Schriftstellerin, die große Menschenmengen und Lärm so weit wie möglich scheut.

Ich habe jung geheiratet und mein Mann und ich werden bald unseren 40. Hochzeitstag feiern. Wir haben vier Kinder und etliche Enkel. Am meisten liebe ich u. a. unsere Familienzusammenkünfte, wo wir töpfeweise Essen wie z.B. Cajun Gumbo, Roastbeef, Gemüse aus eigenem Anbau oder gebratenen Fisch zubereiten und dann zusammensitzen und uns unterhalten.

Gartenarbeit ist eines meiner Lieblingshobbies. Ich züchte "antike" Rosen wegen ihres altmodischen Duftes und ihrer guten Wachstumseigenschaften sowie viele andere Büsche und immergrüne Pflanzen - da das Klima in Louisiana halb-tropisch ist, habe ich eine große Auswahl Pflanzen, aus denen ich wählen kann. Mein Mann und ich haben einen kleinen Gemüsegarten in dem wir vieles biologisch-dynamisch ohne Einsatz von künstlichem Dünger oder Insektenbekämpfungsmitteln anbauen, da ich gegen etliche Chemikalien allergisch bin. Außerdem mache ich gerne Nadelarbeiten jeder Art, derzeit gilt meine Leidenschaft der Herstellung von Quilts und der maschinellen Stickerei. Andere Hobbies von mir sind Aquarellmalerei, Antiquitäten sammeln und reisen. Mein Mann und ich besitzen ein zweites Haus in Colorado wo wir uns hinflüchten, wenn es zu heiß wird. Besonders gerne erforschen wir den Westen der USA, weil er sich so sehr von dem Sumpfland in Louisiana unterscheidet. Ich habe Europa und auch Deutschland einige Male besucht. Die Berge, kleinen Dörfer mit ihren zwiebelförmigen Kirchtürmen und die unglaublich ordentlichen, bunten Vorgärten sind entzückend, außerdem war ich sehr von dem überall herrschenden Ordnungssinn beeindruckt. Immer wenn ich danach in die Staaten zurückkehrte, schien mir alles vernachlässigt und unverwertbar, wenn ich sehe wie präzise und vorsichtig mit den Resourcen in Ihrem Land umgegangen wird.

Isolde: Warum und wie haben Sie mit Ihrer Karriere als Schriftstellerin begonnen? Hatten Sie zu Anfangs Probleme? Hat es Einfluß auf Ihr Privatleben?

Jennifer Blake: Als Kind und Teenager habe ich gerne gelesen, oftmals 7-8 Bücher in der Woche, aber habe mir niemals vorgestellt, Schriftstellerin zu werden. Schriftsteller waren Menschen die an glamourösen und weit entfernten Orten lebten, was mir für mich unmöglich schien. Als ich ungefähr 19 Jahre alt war, hatte ich einen Traum über einen historischen Schauplatz. Dieser war so ungewöhnlich, daß ich eine Beschreibung davon aufgeschrieben habe. Dieser Prozeß war so faszinierend, daß ich fortfuhr, weitere kleine Dinge - hauptsächlich Lyrik - zu schreiben. Während der folgenden Jahre habe ich mir selbst das Schreiben beigebracht, indem ich jedes Buch, das ich über dieses Thema finden konnte, gelesen habe und praktische Übungen durchführte. Außerdem habe ich einen 6wöchigen Schreib-Fernkurs belegt. Ich habe meine Bemühungen als ein Hobby betrachtet, einen Zeitvertreib, habe aber schließlich Gedichte, Artikel und Kurzgeschichten verkaufen können. Ich habe ein Buch geschrieben, es aber zurück aufs Regal gestellt, da es so viele Fehler hatte - die meisten Schriftsteller haben so ein "Regal-Buch". Dann habe ich einen Mystery-Roman wie die von Victoria Holt, Daphne Du Maurier und Mary Stewart geschrieben. Ich habe eine Liste mit Verlagen zusammengestellt und mein Buch an den ersten Verlag auf der Liste geschickt. Das Paket mit dem Manuskript kam ungeöffnet zurück, da ich kein vorab-Anfrageschreiben geschickt hatte. Da ich nicht genau wußte, wie ich dieses Schreiben verfassen sollte, schickte ich das Paket an den nächsten Verlag auf meiner Liste, Fawcett Gold Metal Books. Nach ungefähr sechs Wochen erhielt ich einen Brief vom Lektor, der schrieb, daß sie mein Buch mochten es aber zu kurz für Ihr Programm sei. Wenn ich noch 30 Seiten einfügte, würden sie es nehmen. So hat tatsächlich der erste Lektor, der mein Buch gelesen hat es auch gekauft.

Eines der größten Probleme in meiner Karriere trat Mitte der 70er Jahre auf, als Mystery Romances plötzlich aus der Mode kamen. Ich habe drei oder vier Bücher geschrieben, die nicht genommen wurden, da sich der Markt plötzlich gewandelt hatte. Jedoch wurde ich bald darauf gebeten, einen Vorschlag für einen historischen Liebesroman zu schreiben. Dieser Vorschlag wurde akzeptiert und das Buch "Wie Feuer auf meiner Haut" (Love’s Wild Desire) wurde ein New York Times Bestseller. Ich war aus dem Loch draußen und konnte meine Karriere wieder starten.

Seitdem ich eine Bestseller-Autorin bin, hat sich ein Leben unermeßlich geändert. Davor war ich Ehefrau und Mutter mit einem gewissen Freiraum um zu lesen, zu gärtnern usw.. Plötzlich wurde von mir erwartet, einen konstanten Strom von Bestsellern zu schreiben sowie im Land umherzureisen um Fernseh- und Radioauftritte zu erledigen, an Booksignings in Buchgeschäften und Einkaufszentren teilzunehmen und im allgemeinen mehr eine Geschäftsperson und öffentliche Persönlichkeit zu werden. Es war zu Anfangs schwer, diese Dinge zu tun, doch nach einer Weile lernte ich, sie zu akzeptieren und genießen. Aber ich habe immer noch Phasen in denen ich einfach nur meine Geschichten über Leben und Liebe schreiben und sie durch jemand anderen promoten lassen möchte!

Isolde: "Wild wie eine Rose" (Garden Of Scandal) wurde soeben in Deutschland veröffentlicht und viele Leser fanden das Buch großartig. Sie haben viele Fans hier in Deutschland. Warum glauben Sie werden Liebesromane überall auf der Welt geliebt?

Jennifer Blake: Ich denke, das Bedürfnis nach Liebe und danach einen Liebhaber zu finden, der Seelenpartner ist, gelten überall. Vor allem sind Liebesromane die einzige Romanliteratur die speziell für Frauen geschrieben wird. Sie haben eine weibliche Protagonistin die in Dinge verwickelt ist, die für Frauen von größter Bedeutung sind und sie werden von Frauen geschrieben, die das spezielle sinnliche Bewußtsein von Frauen kennen. Damit meine ich die speziellen weiblichen Reaktionen auf Farben, Gerüche und den Tastsinn sowie emotionale Fingerzeige und Intensität. Liebesromane sind Romane über Emotionen, mit weniger intellektueller Schärfe wie in literarischen Romanen oder auch nicht voller Action wie sie in eher auf Männer zugeschnittenen Abenteurerromanen zu finden sind. Sie befassen sich mit dem Herzen, weniger mit Verstand oder Muskeln deshalb berühren sie uns in einer Art die grenz- und kulturüberschreitend ist.

Isolde: Was schreiben Sie lieber: Zeitgenössische oder Historische Liebesromane?

Jennifer Blake: Manchmal kommt es mir so vor, als ob das beste Buch, das ich gerne schreiben würde, die Art Buch ist, das ich gerade NICHT schreibe. Natürlich mache ich gerade Spaß, aber es ist auch ein Körnchen Wahrheit darin enthalten. Tatsächlich mache ich beides gerne und wäre am glücklichsten, wenn ich sie abwechselnd schreiben könnte. Jedoch arbeitet das Verlagswesen nicht so. Verlage und Leser möchten gerne wissen, was sie von einem erwarten können und sind unzufrieden, wenn man ständig den Fokus wechselt.

Isolde: Haben Sie eine/n Lieblingsheldin/-heldin unter ihren Büchern?

Jennifer Blake: Ich liebe meine Heldin aus "Nacht über Louisiana" (Louisiana Dawn), die ihre Jungfräulichkeit anbietet, weil sie ihr lästig wird. Sie ist stark und intelligent und rettet dem Helden zu Beginn das Leben, weil sie sein silbernes Halsband will, was ich bis heute witzig finde. Eine andere kühne Heldin ist Anya aus "Der Kreole" (Prisoner Of Desire), die den Helden kidnappt und ihn an eine Wand kettet, um ihn davon abzuhalten, den Verlobten ihrer Schwester in einem Duell zu töten. Ich mag meine Heldin aus "Taumel der Sinne" (Arrow To The Heart), weil sie eine Weisheit besitzt, die der Held schätzen kann. In meinen Contemporaries mag ich die Heldinnen aus "Tigress" und "Verheißung der Nacht" (Shameless) am liebsten, weil sie auf ihren eigenen Füßen stehen und zurückschlagen. Und ich identifiziere mich stark mit der Heldin aus "Luke" - einem Contemporary, der bisher noch nicht in Deutschland veröffentlicht wurde - weil sie eine Liebesromanautorin ist und viele meiner Ideen und Reaktionen bezüglich dieses Berufes teilt.

Was die Helden betrifft, bete ich meinen Prinzen aus "Strom der Sehnsucht" (Royal Seduction) völlig an und auch meinen Typen aus "Zärtlicher Verführer" (Silver-Tongued Devil) - ich bewundere Männer, die Worte mögen und wissen, wie man damit umzugehen hat. Ich hege auch eine große Zuneigung für meine armen gequälten Helden aus "Verheißung der Nacht" (Shameless) und "Wild wie eine Rose" (Garden Of Scandal). Sie hegen keine Scheu, ihr Herz zu entblößen und haben keine Angst vor dieser großartigen Geste. Ich muß auch meine Zuneigung für meinen Latin Lover aus "Tigress" gestehen. Okay, ich gebe zu, ich liebe all meine Helden...

Isolde: Wie führen Sie Ihre Nachforschungen durch und wie sieht Ihr typischer Arbeitstag aus?

Jennifer Blake: Ich führe die Nachforschungen für meine Bücher meist anhand meiner Bibliothek, die vieles zu Geschichte, Kostümen, ausländische Schauplätze etc. enthält. Die Angestellten in der Leihbücherei aus der nächsten Stadt sind auch extrem gut darin, Bücher für mich aufzutreiben und bestellen alles, was ich brauche aus anderen Büchereien oder Staaten. Für modernere Nachforschungen benutze ich das Internet. Z.B. arbeite ich gerade an einem Buch mit einem Charakter, der eine Nierentransplantation braucht und ich habe etliche Informationen zu diesem Thema durch den Computer gefunden.

Mein Arbeitstag ist ähnlich dem einer Büroangestellten. Ich fange gegen 9:00 Uhr an, unterbreche die Arbeit für ein leichtes Mittagessen und fahre dann fort bis 15:00 Uhr. Wenn ich aktiv an einem Buch schreibe, versuche ich 10 Seiten am Tag zu schreiben und stehe manchmal auch um 3:00 Uhr nachts auf um zu arbeiten, wenn ich zu diesem Zeitpunkt mit einer guten Story im Kopf aufwache. Zwischen den Büchern betreibe ich Nachforschungen, schreibe Vorschläge für das nächste Buch und befasse mich mit Vertragsverhandlungen dafür. Außerdem lese ich während des Veröffentlichungsprozesses copy-edits und Seitenproben und plane die Promotion für das nächste Projekt. Am späten Nachmittag entspanne ich im Garten oder in meinem Nähzimmer. Die Abende verbringe ich lesend oder stickend während ich mit meinem Mann fernsehe.

Isolde: Wie bleiben Sie mit Ihren Fans in Kontakt? Sind sie wichtig für Sie? Wie oft bekommen Sie Fanpost aus anderen Ländern?

Jennifer Blake: Eine Zeitlang habe ich Newsletter an meine Leser geschickt. Dies ist ein Gratis-Service damit sie wissen, wann ein neues Buch von mir erscheint, was ich als nächstes schreibe usw. Ich habe außerdem eine Website, die regelmäßig geupdatet wird unter http://www.jenniferblake.com. Neben diesen Dingen versuche ich mein Bestes, alle Briefe und e-mails von Fans zu beantworten. Ich war immer der Ansicht, daß jeder Leser, der sich so sehr für meine Arbeit interessiert, daß er mit mir in Kontakt treten will, eine Antwort verdient. Auch kann ich mich sehr gut erinnern, daß Dorothy Dunnett, die Autorin von „The Game Of Kings“, das erste Buch aus der Lymond Chronik, in den 60er Jahren sehr nett auf meinen Fanbrief antwortete, den einzigen, den ich jemals geschrieben habe. Da mir dieser Brief von Dunnett zu dieser Zeit sehr viel bedeutet hat, denke ich gerne, daß meine Fans die selbe Reaktion erleben, wenn sie von mir hören.

Ich bekomme öfter Fanpost aus anderen Erdteilen, aus England, Spanien, Brasilien, Guam, Finnland, Holland, Australien usw. Es freut mich jedesmal sehr, da mir Zeitaufwand und Probleme bewußt sind, die es bedeutet, jemand in einem anderen Land zu kontaktieren, womöglich noch in einer anderen Sprache. Das Internet ist eine große Unterstützung, da es Kontakte dieser Art so viel schneller und einfacher macht.

Isolde: Wie gehen Sie mit schlechten Kritiken um? Haben Sie jemals schlechte Kritiken erhalten? Ist es schwer für Sie, damit umzugehen oder versuchen Sie, Ihre Arbeit zu verbessern?

Jennifer Blake: Ich hatte meinen Anteil an schlechten Kritiken, hatte allerdings zum Glück auch genug gute Kritiken, um sie wieder auszubalancieren – oftmals für dasselbe Buch. Jeder Schriftsteller der sagt, Kommentare von Kritikern seien ihm egal, sagt die Unwahrheit. Ein gutes Review sollte man wertschätzen. Ein schlechtes Review ist ein wenig wie wenn einem jemand ins Gesicht sagt, man habe ein häßliches Baby. Es schmerzt immer, egal wie rationalistisch man darüber denkt. Ich gehe so damit um, daß ich mir die guten Kritiken nicht zu Kopf steigen lasse und die eher schmerzhaften Kommentare mit einem Achselzucken als Meinung einer einzelnen Person abtue. Wenn die Kritik gut durchdacht und auf eine Verbesserung abzielt, ziehe ich sie jedoch für das nächste Buch unter Betracht. Ein Beispiel: ein Kritiker sagte einmal, daß meine Heldin "zu passiv" war. Danach gab ich meinen Heldinnen aktivere Rollen.

Isolde: Haben Autoren enge Freundschaften mit anderen Autoren oder sehen sie sie als Konkurrenten?

Jennifer Blake: Liebesromanautorinnen sind tatsächlich hilfsbereiter gegenüber neuen Schriftstellern als in anderen Genren. Schon seit langem bieten die "Romance Writers of America" Workshops zu Schreibtechniken an und geben den noch nicht veröffentlichten Autorinnen eine Möglichkeit, Agenten und Lektoren kennenzulernen. Ich habe viele Freundschaften zu Autorinnen die ich im Laufe der Jahre bei verschiedenen Booksignings und Konferenzen kennengelernt habe. Da meine Bücher schon veröffentlicht wurden, bevor sich das moderne Liebesromangenre verfestigt hatte und ich bereits vor einigen der heutigen Bestsellerautorinnen wie Nora Roberts, Sandra Brown und Judith McNaught eine Bestsellerautorin war, habe ich mich niemals unter Druck gesetzt gefühlt, mit anderen konkurrieren zu müssen. Wie in jeder Menschengruppe, gibt es jedoch immer ein paar Liebesromanschriftstellerinnen, die sich bedroht fühlen oder die sich in gewisser Weise überlegen fühlen.

Isolde: Was haben Sie getan, als Ihr erstes Buch veröffentlicht wurde? Haben Sie gefeiert?

Jennifer Blake: Ich war erstaunt, verbrachte lange Zeit damit, auf den Scheck zu starren. Dann ging ich los und kaufte etwas, das ich schon lange haben wollte, ein Gewächshaus.

Isolde: Was sind Ihre Lieblingsautoren und -bücher?

Jennifer Blake: Ich habe soviel Lieblingsautoren, das es schwer ist, einen Anfang zu machen. Die Autoren, die ich über die Jahre hinweg gesammelt habe sind u.a. Dorothy Dunnett - die ich oben schon erwähnt habe, sowie Agatha Christie, Dorothy Sayers, Dick Francis, Alexandre Dumas, Zane Gray, Mary Renault, Georgette Heyer, M.M. Kaye, Robert Ludlum, Joseph Heller usw.

Isolde: Wie vereinbaren Sie Familie und schreiben? Ist es ab und zu schwierig für Sie?

Jennifer Blake: Das Schreiben kann während Familienkrisen schwierig werden, wie z.B. bei schweren Krankheiten oder Todesfällen. Man muß konzentriert sein, um schreiben zu können und dies ist durch die Sorge um die Familienmitglieder nicht der Fall. Während normaler Zeiten ist die Familie selten ein Problem für mich, da meine Kinder und mein Mann grundsätzlich an erster Stelle stehen. Ich bin ihnen sehr dankbar, daß sie so rücksichtsvoll sind und mir die Zeit und die Ruhe zugestehen, die ich für meine Arbeit benötige.

Isolde:Was sagt Ihre Familie über den Erfolg Ihrer Bücher? Ich wette, daß sie ziemlich stolz auf Sie sind?

Jennifer Blake: Da ich mit dem Schreiben begann, als meine Kinder noch sehr jung waren, war meine Arbeit schon immer ein Teil ihres Lebens. Ich habe jedoch meinen Arbeitsplan so gelegt, daß ich geschrieben habe, wenn sie in der Schule waren, so daß sie mich selten im Schreibprozeß erlebt haben, da ich soweit fertig war, wenn sie nach Hause kamen. Es dauerte einige Zeit, bis sie begriffen, daß da etwas an meinem Beruf nicht ganz normal war. Natürlich sind sie stolz auf mich, aber ich bin bloß ihre Mutter und es verblüfft sie immer noch, wenn sie meinen Namen auf einem Bücherregal sehen. Mein ältester Enkelsohn findet es „irgendwie cool“, da er immer jemanden hat, der zu ihm in die Schule kommt und vor seinen Klassenkameraden über eine Schriftstellerkarriere sprechen kann.

Isolde: Was sind Ihre Zukunftspläne? Wo sehen Sie sich in einigen Jahren?

Jennifer Blake: Derzeit habe ich einen Vertrag über drei Bücher mit MIRA Books, der im Jahr 2001 ausläuft. Danach überlege ich, eine Serie historischer Romane über mindestens sechs Bücher zu schreiben. Dann habe ich seit einiger Zeit eine Story zu einer Mainstream Contemporary Story, die in New Orleans spielt, in meinem Kopf. Kurz gesagt gibt es kein Ende für die Geschichten, die in meinem Kopf rotieren und hoffentlich ist für das Buch, das ich noch veröffentliche auch kein Ende in Sicht.
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Dieses Interview entstand im Februar 2000 zwischen Isolde W. und Jennifer Blake für:



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