Interview mit Amy J. Fetzer

Nachdem ich zwei Bücher aus zwei verschiedenen Serien gelesen hatte, war ich wirklich sehr begeistert. Die Autorin schreibt Historicals, Contemporaries und Timetravels. Ich freue mich sehr auf weitere Bücher.

Karin M.: Würden Sie uns etwas über sich und ihr Leben erzählen?

Amy: Ich habe die ganze Welt bereist. Und obwohl ich es zu der Zeit geliebt habe, bin ich jetzt häuslich geworden. Da wir so viel mit dem Militär umgezogen sind, haben wir jetzt unser erstes und letztes Haus. Ich lebe in Südcarolina, an Kanälen neben der Küsten und ich liebe es. Es ist gemächlich und friedlich mit langen Sommern, die meiner Leidenschaft, der Gartenarbeit zuträglich sind und mit wunderbaren Menschen

Karin M.: Ihr Mann ist bei den Marinetruppen. Mussten Sie oft umziehen? Wo haben Sie schon überall gewohnt?

Amy: Ja, wir sind oft umgezogen, ungefähr alle drei Jahre. Die Ausnahme war Okinawa wo wir sechs Jahre waren. Ich bin nicht nur verheiratet mit einem Berufsmarine sondern ich bin auch die Tochter eines Berufsmarine, das bedeutet, ich bin gereist und umgezogen seit ich vier Jahre alt war. Ich habe in Island (als Kind), Japan gelebt, habe alle asiatischen Länder besucht, die möglich waren, einschließlich der Philippinen, Bankok, Hongkong, Guam etc. Ganz zu schweigen von Kalifornien, Nord und Südcarolina und einigen anderen Staaten.

Karin M.: Würden Sie uns einen typischen Arbeitstag bei Ihnen beschreiben?

Amy: Während des Schuljahres stehe ich früh auf, ungeführ um 5.00 Uhr. Das ist Teil von dieser Militärerziehung, denke ich. Ich schreibe dieses hier um 8.00 Uhr. Nachdem ich meinen Jüngsten zur Schule geschickt habe, arbeite ich ein paar Stunden. Dann unterbreche ich meine Arbeit für ein Frühstück und duschen. Dann geht es wieder an die Arbeit bis ungefähr 16.00 Uhr. Dann ist meine Rolle als Frau und Mutter gefragt, und das umfaßt kochen, putzen und waschen. Glanzvoll nicht?

Karin M.: Wie ich Ihrer Homepage (http://www.amyjfetzer.com/) entnehmen konnte, haben sie in verschiedenen Berufen gearbeitet: als geprüfte Kosmetikerin, als Sekretärin, als corporate head hunter, an einer Tankstelle, als Maskenbildnerin und als Modell. Wie sind Sie zu den wirklich sehr verschiedenen Berufen gekommen?

Amy: Das klingt, als könnte ich keine Arbeit durchhalten, was? Die ständigen Stellenwechsel hängen mit den Standortveränderungen im Laufe der Karriere meines Mannes zusammen. Als erstes habe ich eine Ausbildung zur Maskenbildnerin gemacht und in dem Beruf auch 13 Jahre gearbeitet.

Ich bekam den Job als Sekretärin, weil ich, ehrlich gesagt, zu dem Zeitpunkt besser gekleidet war als die anderen Kandidaten. Ich konnte damals überhaupt nicht schreiben. Ich lerne aber schnell, und ich bin bekannt dafür, mich gründlich über das zu informieren, was ich machen will.

Der Job an der Tankstelle hat sich einfach so ergeben. Mein Ehemann war ein Ingenieur für Dieselmotoren für die USMC. Er brachte mir eine Menge bei. Deshalb bekam ich den Job. Jede Frau sollte wissen, wie man einen Reifen wechselt oder einen Keilriemen, Öl kontrolliert und die Motorhaube öffnet.

Der head hunter, das war ein neues Geschäftsfeld. Und von 500 Bewerbern war ich die einzige, die beim Bewerbungsgespräch auf die Frage "Was kann ich für Sie tun ?" geantwortet hat: "Sie können mir einen Job geben." Ich hatte nie Probleme, auf Menschen zuzugehen oder sie dazu zu bringen, über sich selbst zu sprechen. Ein weiterer Vorteil, wenn man die Tochter und die Ehefrau eines Marines ist.

Was das Modeln betrifft, das war für lokal gesendete Werbespots und Kaufhaus-Modenschauen und Werbeanzeigen. Nichts großes, zumeist regional begrenzte Arbeit. Aber ich bekam den Job weil ein Fotograf, der hauptsächlich exotische Tänzer fotografiert, ein Bild von mir machte und es für eine Mappe mit mehr niveauvolleren Aufnahmen verwendete.

Karin M.: Wie sind Sie zum Schreiben gekommen? Und warum Liebesromane?

Amy: Ich war gelangweilt und borgte mir ein Buch von meiner Nachbarin PJ aus, die nur Liebesromane liest. Ich las ein paar und war sofort gefangen davon. Sie zeigen einen Kampf gegen die inneren Dämonen, um sich selbst genug zu befreien und Liebe zu akzeptieren. In den meisten Fällen ist es jedoch nicht das Düstere, sondern das "und sie lebten glücklich bis an ihr Ende", was ich in einer Story haben will. Was den Beginn meiner Schreibtätigkeit angeht, ich las einige Bücher, die wundervoll waren und ein nicht so gutes. Ich versuchte dahinterzukommen warum, und entschied, dass ich das besser machen könnte. Hah! Das war die Herausforderung meines Lebens. Ich schrieb ein paar Seiten per Hand und gab sie der einzigen Person, die sich mit Liebesromanen auskannte, PJ. Sie liebte es und das ermunterte mich dazu weiterzumachen. Ich studierte Romane, gute Romane, nahm sie auseinander, um herauszufinden, WARUM sie bei mir so starke Gefühle auslösten und welche Sätze besonders. Ich brauchte drei Jahre, um meinen ersten Roman zu schreiben und er bestand aus 180.000 Wörtern und war eine Ansammlung von allem, was ich an Liebesromanen liebte. Es wurde überall strikt abgelehnt, wohin ich es auch schickte. Mein nächstes Buch "My Timeswept Heart" habe ich weniger weitschweifig geschrieben und es schaffte es bis zum "Golden-Hearts"-Wettbewerb für unveröffentlichte Autoren der Romance Writers of America. Ich kam bis ins Finale. Ein Agent wurde auf das Buch aufmerksam, der es meinen Herausgeber bei Zebra schickte. Seitdem schreibe ich. Zehn Jahre jetzt. Übrigens habe ich meinen ersten Roman verbrannt als ich meinen 20. verkaufte.

Karin M.: Hatten Sie Schwierigkeiten, einen Verlag zu finden? Hatten Sie Einfluss auf die Gestaltung der Cover oder der Buchtitel?

Amy: Den ersten Teil der Frage habe ich oben beantwortet. Jedoch schreibe ich jetzt für mehr als einen Verlag. Silhouette Desire, Kensington (Zebra) und hoffentlich bald noch ein weiterer. Ich versuche mich am 'Suspense' und 'Romantic Suspense' Genre, das habe ich selbst schon immer am liebsten gelesen. Was die Cover betrifft, nun, für Kensington erstelle ich eine Seite mit Beschreibungen der Personen und der Kleidung und die Coverkünstler richten sich danach. Bei Zebra habe ich wunderbar akkurate Cover erhalten. Bei Silhouette Desire machen wir ein sogenanntes 'art fact sheet' mit den Fakten über 8-11 Seiten und oft übernehmen die Künstler gar nichts von dem, was ich geschrieben habe. Einmal hatte ich den selben Helden und Heldin auf dem Cover von zwei aufeinanderfolgenden Büchern und keiner hat es bemerkt, nicht mal ich. Bis eine britische Ausgabe beide Geschichten in einem Buch erchienen und beide Cover nebeneinander gezeigt wurden.

Was die Titel angeht, habe ich den meisten meiner Historicals einen Titel gegeben und oft, aber nicht immer, gibt es eine Zeile im Buch, die darauf hinweist. "My Timeswept Heart" war früher "Voyage of the Sea Witch", "Timeswept Rogue" war "To Master the Triton", "Lion Heart" war einmal "The Pirate King" und seither schreibe ich nur noch Titel auf meine Arbeiten, von dem ich denke, dass sie dem Verleger gefallen können. Sie haben das letzte Wort. Bei Silhouette Desire betitelt der Herausgeber die Bücher selbst. Nur selten wird der Titel des Autors genommen. Hierbei geht es nur um den Absatz.

Karin M.: Was war das für Sie für ein Gefühl, als Ihr erstes Buch veröffentlicht wurde.

Amy: Absolute Begeisterung. Ich lebte in Okinawa und mein Agent rief an, um mir die Neuigkeiten zu mitzuteilen. Denken Sie jetzt an den Zeitunterschied von dreizehn Stunden. Es war 7.00 Uhr morgens und ich war dabei, meinen Sohn zur Schule zu schicken. Das arme Kind sprang auf und ab mit mir und wußte gar nicht warum. Mein Jüngster hat nur gekichert und mein Mann war im Dienst. Von der Familie hatte ich niemand, den ich zu dieser Zeit anrufen konnte - nur Nachbarn. So nahm im statt dessen eine Flasche Champagner, die ich aufbewahrt hatte, ging hinaus, schüttelte sie, liess den Korken knallen, goss den Inhalt über mich und trank den Rest. Ich war leicht verkatert, als ich in der Nacht von meinem Verleger einen Anruf bekam. Es war ein großer Tag. Ich konnte es nicht glauben, dass sie nicht nur meinen Roman veröffentlichen wollten, sondern zwei weitere gekauft hatten.

Karin M.: Wie vereinbaren Sie Schreiben und Familie? Was sagt Ihre Familie zum Schreiben? Und über den Erfolg Ihrer Bücher?

Amy: Meine Familie ist großartig. Sehr stolz auf mich. Und sie behandelten mich genauso wie immer, als Mama und Ehefrau. Es ist jedoch die bedingungslose Unterstützung meines Mannes, die mich weitermachen lässt. Er zweifelte niemals an meinem Bedürfnis zu schreiben, verstand, warum ich lange aufgeblieben bin, um zu arbeiten und gab mir meinen ersten Computer (Drei Jahre lang schrieb ich per Hand oder auf einer Schreibmaschine). Ich glaube nicht, dass sie viel von der Verlagsindustrie verstehen und haben auch kein Interesse daran und das finde ich in Ordnung. Keiner meiner Söhne kann sich an eine Zeit erinnern, wo ich nicht geschrieben hätte und deswegen respektieren sie meine Zeit. Außer im Sommer, wenn ich wegen der vielen Unterbrechungen nicht viel getan bekomme. Ich habe in den Anfangsjahren nicht viel Geld verdient. Eigentlich fast gar nichts, weil ich langsam geschrieben habe und nicht gut bezahlt wurde. Als ich begann kurze Contemporaries für Desire zu schreiben, erhielt ich dann mehr Geld. Das war 1997. Mein erstes Buch verkaufte ich 1993. Das ist eine lange Zeit, um darauf zu warten, dass es sich auszahlt, aber das ist nicht der Grund warum ich schreibe. Mein Ehemann hat das verstanden.

Karin M.: In Deutschland sind bisher erst 2 Historicals erschienen. Von jeweils jeder Serie ein Buch: "Die irische Prinzessin" und "In der Glut der Leidenschaft". Wie sind Sie auf die Idee gekommen, ganze Serien zu schreiben? Können Sie uns mitteilen, wie diese Serien entstanden sind? Können Sie den deutschen Lesern noch ein bisschen mehr über die beiden Serien erzählen?

Amy: Fangen wir am besten mit "Lion Heart" an, dem ersten der Montgomery Brüder, da kommen wir besser durch. In "Lion Heart" werden Ransom und Aurora vorgestellt und der Kabinenjunge Dahrein, der später der Held Rein aus "In der Glut der Leidenschaft" wird. Die Art der Bastard Brüder wurde als Plot für "Lion Heart" entwickelt. Als ich mit Seite eins begann, war es nie meine Absicht, die Bücher miteinander zu verbinden. Und die Verbindung besteht in der Abstammung nicht in der Handlung. Ransom's Vater war in seiner Jugend ein Playboy und das Ergebnis sind alle diese prachtvollen Seekapitäne. Wenn ich nun einen anderen Hauptdarsteller brauchte, habe ich am Ende des Buches einen neuen Bruder hinzugefügt, der dann seine eigene Geschichte erhielt. In "Lion Heart" treffen wir auf den Jungen Dahrein, halb indisch, halb englischer Abstammung. Ich dachte mir, dass er einen großartigen Charakter darstellen würde. Aufgewachsen in den Diamantenminen, lebte er auf der Straße bis Ransom sich seiner annahm. Er kämpfte wie ein Mann bis ein ehemaliger Pirat und eine weisse Hexe ihn zum Mann erziehen. Wie könnte er da nicht ein außergewöhnlicher und vollkommener Typ sein? Ransom und Aurora tauchen kurz in "In der Glut der Leidenschaft" auf, aber es gibt keine neuen Brüder, außer Colin, aber der gehört schon zur nächsten Generation.

Royce Tremayne, der Held der Anthologie "Timeswept Summer" tauchte auf der letzten Seite von "Lion Heart" auf und ich suchte nach einem befriedigendem Weg, die Story zu beenden und zu zeigen, wie sich die Personen verändert hatten. In "Die Geliebte des Piraten", über den für einige Zeit letzten Montgomory Bruder, geht es um Piraten bei den Gewürzinseln. Raiden, der Held, weiss von seinem Bruder Ransom, hat ihn aber nie getroffen. Ich stelle dort Roarke Killgarern, einen anderen Bruder, vor. Und wenn ich jemals die Möglichkeit habe, über einen weiteren Montgomery zu schreiben, wird er der nächste sein. Alle Namen mit 'R' anfangen zu lassen, war nur eine kleine Marotte, um allen Männern etwas zu geben, was sie verbindet.

Die Idee für "Die irische Prinzessin" hatte ich ungefähr vor 6 Jahren. Da ich mit anderen Büchern unter Vertrag war, konnte ich nicht einfach aufhören und dieses schreiben. Ich arbeitete den Plot aus und die Personen lebten für eine Weile in meinem Kopf, da ich nicht die Möglichkeit hatte mehr zu machen. Es war auch nie vorgesehen, daraus ein Serie werden zu lassen. Ich musste einen großen Teil des Plot aus dem Buch rausnehmen, weil es nicht funktionierte und ich einen sicheren Zufluchtsort für die Heldin Siobhan brauchte, während Gaelan nach ihr suchte. Aber der Leser wusste nicht, ob sie am Leben und gesund war. Deswegen erfand ich Fionna, die Hexe, als Gaelen Raymond DeClare zurücklässt und über Siobhan wacht. Fionna & Raymond verbindet ein starkes Band als er verletzt wird und sie Magie einsetzt, um sein Leben zu retten. Es waren die Leser, die nach deren Geschichte gefragt haben. Dies führte zu "The Irish Enchantress", dem zweiten Buch der Trilogie. Ich musste Fionna in "The Irish Enchantress" mit Geheimnissen umgeben und einen Grund finden, eine Frau mit einen abgestumpften aber noch hoffnungsvollem Herzen zu sein. Deshalb gab ich ihr ein uneheliches Kind, das vor der Welt geheim gehalten wurde und von dem nur zwei vertrauenswürdige Frauen wussten. Das wilde Kind, Sinead, war nicht im Buch, als ich es geplant hatte, doch als sie als Person auftauchte, sah ich, dass sie amüsante Verwicklungen mit sich bringen und gleichzeitig beim Helden Gefühle auslösen könnte, ihr und ihrer Mutter gegenüber. In "The Irish Enchantress" als Sinead Connal (Siobhans Sohn aus "Die irische Prinzessin") sagt, dass er ihr Herzensfreund ist, blieb ich irgendwie stecken. Ich weiss, ich weiss, ich bin die Autorin und könnte es ändern, aber es klappte so gut und ich konnte mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen. "The Irish Knight", das ich gerade beende, ist die Geschichte von Sinead und Connal und die abschließende Geschichte.

Karin M.: Wie recherchieren Sie für Ihre Romane?

Amy: Ich recherchiere sehr viel und ich fange mit der Periode an, die ich beschreibe. Wenn es da einen politischen Konflikt gibt wie in "Die irische Prinzessin" (Englands Invasion in Irland) oder "Die Geliebte des Piraten" (Piraten bei der East India Company) lese ich alles darüber, was ich kann. Ich versuche, keinen Geschichtsunterricht zu erteilen, deshalb lese ich erst die Quellen, mache mir ein paar Notizen und lege es dann beiseite. Auf diesem Weg kommt das Gefühl für diese Zeitperiode hervor und nicht die historischen Fakten. Ich habe auch den Eindruck, dass die Satzstruktur und Syntax eine Rolle beim Lesen eines Historicals spielen. Besonders die Erzählweise muss die Ansichten der Personen wiederspiegeln und KLINGEN, als würden sie es sagen. Das ergibt am Ende mehr Wörter, aber so wird der Zweck erfüllt.

Karin M.: Sind Sie schon an den Orten gewesen, über die Sie geschrieben haben?

Amy: Ich war in der Karibik, dem Handlungsort von "My Timeswept Heart". Aber bei den anderen ist alles Recherche. Die Contemporaries spielen alle in Südcarolina.

Karin M.: Sie schreiben Historicals, Contemporaries und Time Travels. Welches Genre gefällt Ihnen am besten?

Amy: Das ist schwer zu sagen, weil alle unterschiedlichen Arbeitsaufwand erfordern. Timetravels sind lustiger, weil du der Reisende sein kannst. Bei Historicals kommt es mehr auf eine gut gemachte Handlung an, weil das Lösen eines Geheimnisses den geistigen Bemühungen der Person überlassen wird und es keine richtige Polizeiarbeit oder Gerichtsmedizin gibt. Für Historicals braucht man mehr Köpfchen, weil ich wie im 12. Jh. in Irland denken muss, die Erzählung im 12. Jh. schreibe. Ich muss den Klang beibehalten und die Leser nicht aus dem Zeitrahmen hinauszuschreiben. Aber ich liebe es, die Leser mit in die Vergangenheit zu nehmen, so dass sie nicht mehr mich hören sondern nur die Romanpersonen. Contemporaries sind weniger stressig, wenn ich sie für Desires for Silhouettes schreibe, weil sie strenggenommen nur Bücher über Beziehungen sind. Nichts anderes mischt sich ein. Die längeren Contemporaries , die ich im Moment verkaufe, benötigen mehr Aufwand in der Entwicklung der Handlung und bei der Recherche und weniger Anstrengung beim Schreiben. Derzeit weiss ich mehr über die Polizei, FBI und Gerichtsmedizin als von Irlands Geschichte im 12. Jh. Ich habe die schreckliche Charakterschwäche, dass ich mich sehr schnell langweile. Die Abwechslung bei den Themen meiner Bücher hilft dagegen.

Karin M.: Bitte erzählen Sie den deutschen Lesern etwas mehr über Ihre Contemporaries.

Amy: Silhouette Desire veröffentlicht meine kurzen Contemporaries, die in der Branche als 'Spartenbücher' bekannt sind. Ich habe drei in sich abgeschlossene Bücher geschrieben. Dann habe ich eine Serie entwickelt, die 'Wife Inc.' heisst. Über Frauen, die als Ehefrauen auf Zeit und Mütter eingestellt werden, wie Babysitter, Köchin oder als Kinderhüter für einen Witwer etc. Die Firma gehört Katherine Davenport und ihre Verbindungsschwestern aus dem College benötigen zu einem bestimmten Zeitpunkt Arbeit. Sie spielt ein bisschen die Ehestifterin, als sie die Frauen einstellt. Die längeren Bücher, die ich zu verkaufen versuche, sind 'Romantic Suspense' und 'Suspense', so verschieden zu den anderen, die ich gemacht habe, dass sie eine Herausforderung darstellen. Sobald ich eines verkaufe, gebe ich das auf meiner Homepage bekannt.

Karin M.: Haben Sie einen Lieblingshelden/-heldin unter Ihren Büchern?

Amy: Ich mag sie alle. Ich könnte keine Person erfinden, die ich nicht liebe. Aber wenn ich mir eine auswählen MÜSSTE, würde ich sagen, es ist Siobhan (Die irische Prinzessin). Ich hatte so lange gewartet, um diese Story zu schreiben und ich liebe, wie sie sich entfaltet und die Personen aufeinander wirken. Sie wurde als Friedenspfand benutzt und war diesmal entschlossen, für sich selbst auch dabei etwas herauszuholen.

Mein Lieblingsheld war Rein aus "In der Glut der Leidenschaft". Er war bei weitem der geschliffenste, aufgeschlossenste männliche Charakter, den ich jemals erfunden habe. Ich erhielt gerade meine deutsche Ausgabe. Das Cover ist herrlich, aber Mann, ist das ein dickes Buch.

Karin M.: Sind Ihre Romane, außer in den USA Deutschland, auch in anderen Ländern erschienen?

Amy: Oh ja. Es gibt Ausgaben in verschiedenen Sprachen. Chinesisch, spanisch, holländisch, griechisch, tschechisch, russisch, italienisch, sowie eine britische Ausgabe und sogar eine isländische.

Karin M.: Wer sind Ihre Lieblingsschriftsteller oder -bücher?

Amy: Hm? Mein Geschmack ist sehr umfassend und ich lese alle Arten von Büchern. Bei historischen Liebesromanen mag ich Kathleen Kane, Jillian Hunter, Linda Needham, Teresa Medeiros und Katherine Sutcliffe. Bei kurzen Contemporaries auf alle Fälle Maureen Child. Lustige Sache. Bei langen zeitgenössischen Liebesromanen und Romantic Suspense Nora Roberts bis hin zu Cherry Adair, beide mit sehr unterschiedlichen Stilen und Geschichten. Und Suspense...Lisa Gardner. Sie ist fantastisch. Außerdem lese ich ein bisschen Tom Clancy, Stephen King, Tess Gerritsen, Dean Koontz. Und ich nutze jede Gelegenheit, um einen neuen Autor zu lesen.

Karin M.: Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus?

Amy: Wie ich schon vorher sagte, 'Romantic Suspense' und 'Suspense'. Ich habe eine verdrehte Denkweise und schreibe gern ausführliche Geschichten über das Leben der gewöhnlichen Menschen. Ich glaube, die Leser können sich besser auf Dinge einlassen, die normalen Menschen wie ihnen passieren. Und es steigert die Spannung, wenn Leser meinen: Das könnte mir auch passieren. Ich hatte in meinen Historicals immer ein Geheimnis zu lösen oder einen Bösewicht zu fangen, der für seine Verbrechen bezahlt. Als ich den Timetravel "Wenn Zärtlichkeit den Herz berührt" schrieb, der von einer weiblichen Kopfgeldjägerin handelt, die einen Serienkiller durch die Zeit jagt, wußte ich, dass es das war, wo ich eines Tages hin wollte. Ich musste mich selbst daran erinnern, dass es eine Liebesgeschichte war und keine Geschichte über den Serienkiller. Das Traurige ist, dass zur Zeit der Verkauf von Historicals rückläufig ist und Verlage nur sehr wenige einkaufen. Es wird wieder ansteigen, wie immer. Aber ich muss mein Auskommen verdienen, wie jeder andere Mensch auch. Und mit der Kehrtwende in der Branche kommt für mich eine neue Herausforderung. Etwas, was ich mir nicht entgehen lasse, ist einen zu meinen Füßen geworfenen Fehdehandschuh mit den Worten: 'Ich fordere dich heraus' aufzuheben.

Karin M.: Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, meine Fragen zu beantworten!

Amy: Danke, es hat Spass gemacht. Viel Spass beim Lesen, Amy.

© Isolde Wehr und Karin Mundorf, August 2001, Die romantische Bücherecke

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Dieses Interview entstand im August 2001 zwischen Karin M. und Amy J. Fetzer für:



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