Interview mit Dara Joy

Dara Joy war einer der Shootingstars unter den amerikanischen Autorinnen in den 90er Jahren. Mit ihrem Erstling „Knight Of A Trillion Stars“, einem Science Fiction/Romance Crossover, gewann sie eine riesige Fangemeinde – die nicht nur aus Frauen besteht!

Mittlerweile ist auch im deutschen Cora Verlag eines ihrer Bücher erschienen, „Tonight Or Never“ (dt. Titel „Die schwarze Rose“. Hoffentlich wird sich auch für die Matrix Of Destiny-Serie und ihre Contemporaries ein Abnehmer in Deutschland finden lassen. Ihr neuestes Buch „High Intensity“ erscheint im August in den USA.

Angela: Können Sie uns etwas über sich erzählen? Ihre Hobbys, woher Sie kommen, wo Sie heute leben, Ihre Familie etc.? Ich habe gehört, daß Sie etliche Tiere besitzen?

Dara Joy: Zuerst möchte ich all meinen deutschen Lesern folgendes sagen: eint warmt und vielen Dank fur alle von ihrer Stutze!

Ich lebe in der Nähe von Typer und Zanita in Massachusetts. <G> Ich male gerne, mache gerne Handarbeiten, liebe das Theater, beinahe alles was ein kreatives Ventil darstellt. Ich bin außerdem ein großer Filmfreak und teile Tybers und Zanitas große Vorliebe für wirklich schlechte Science Fiction Filme – je schlechter desto besser! Natürlich steht Lesen an erster Stelle. Ja, ich liebe Tiere. Ich hatte drei Katzen, Whiskers –eine blaue Himalaya-Katze, seinen Bruder Harpoon –eine rauchschwarze Hamalaya-Katze und Mooch, einen Streuner, den ich aufgenommen hatte. Dann besaß ich auch noch meinen besten Freund Mickey, einen Langhaardackel. Er war ein unglaublicher Hund mit einem Herzen aus Gold und er war so mutig. Er war der älteste Hund der Welt mit Lymphomen und seine Geschichte ist bemerkenswert. Und er liebte Katzen. :-) Sie alle waren ziemlich alt – ich habe immer Witze darüber gemacht, daß ich ein Altersheim für Tiere besäße. Die Katzen hatte ich nahezu 16 Jahre und den Dackel mehr als 12 Jahre. Traurigerweise verlor ich alle innerhalb des letzten Jahres.

Angela: Wie und wann fingen Sie mit dem Schreiben an und haben Sie sich damals schon träumen lassen, wie berühmt Sie werden würden? Wollten Sie schon immer schreiben?

Dara Joy: Ich schrieb Gedichte und Geschichten solange ich mich erinnern kann – aber nur für mich selbst.
In meinem Inneren wußte ich immer, daß ich irgendwann in meinem Leben eine Romanautorin werden würde. Als mir „Knight Of A Trillion Stars“ einfiel, wußte ich, daß ich die Matrix Of Destiny-Reihe schreiben muß. Ich habe niemals bewußt daran gedacht, daß ich berühmt werden wollte, ich wollte einfach nur die Geschichte erzählen und den Leser zu einem unglaublichen Abenteuer mitnehmen. Diesen einen Menschen zu bewegen. Und ihr oder ihm eine spezielle Freude zu machen. Das war immer wichtig für mich – dazu fähig zu sein, dem „Hörer“ etwas magisches zu bescheren.

Angela: Welche Art Bücher lesen Sie selber? Gibt es ein spezielles Lieblingsbuch?

Dara Joy: Meine Geschmäcker sind sehr vielfältig. Natürlich lese ich gerne Liebesromane und Science Fiction aber ich würde alles lesen, was meine Aufmerksamkeit auf sich zieht. Ich habe zu viele Lieblingsbücher um nur ein einzelnes nennen! Zur Zeit erscheinen viele talentierte junge Autorinnen im Liebesromangenre.

Angela: Können Sie uns mehr über „High Intensity“ verraten, dem Sequel zu „High Energy“?  Werden Sie weiterhin Bücher über Tyber und Zanita schreiben (in der Tradition des „Dünnen Mannes“)? In „High Energy“ ließen Sie den Leser mit der Erwartung, mehr über die angedeutete Liebesbeziehung zwischen Mills und Gregor zu erfahren, in der Luft hängen. Werden wir die beiden in „High Intensity“ wieder treffen? Was sind Ihre Zukunftspläne? Welche Bücher werden nach „High Intensity“ kommen?

Dara Joy: „High Intensity“ (das übrigens gerade 4 ½ Sterne und einen speziellen Top Pick! der monatlichen Auszeichnungen des Romantic Times Magazines erhalten hat!!!) wird die aufregenden Abenteuer à la „Der Dünne Mann“ fortsetzen. Denken Sie an Steak-Bomben-Sandwiches, verführerische Liebkosungen in der Dunkelheit, einen niederträchtigen Geist,  der Haute Cuisine in sich schlingt, einen Trupp verschlagener Charaktere und ein Puzzle, das es fertigbringt, selbst unseren liebsten theoretischen Physiker herauszufordern! Falls die Leser dafür empfänglich sind, würde ich sehr gerne die Serie mit weiteren Geheimnissen fortsetzen. Ja, Mills und Gregor und Cody sind wieder dabei, genauso wie meine alten Lieblinge inkl. Blooey, Hambone die Piratenkatze und Auntie. Dieses Buch zu schreiben war eine wahrer Knaller für mich!

Angela: Ich habe gesehen, daß das Cover von „Mine To Take“ als schärfstes Cover gewählt wurde. Haben Sie Einfluß auf die Gestaltung Ihrer Cover? Fragt Ihr Verlag nach Ihren Eingaben?

Dara Joy: Ja, ich habe Einfluß auf die Gestaltung meiner Cover. Das Cover-Konzept für „Mine To Take“ stammte von mir. Das Bild von Gian in Ketten mit Jenises Hand, in der der Schlüssel baumelte, ließ mich nicht in Ruhe und ich wußte, daß dies das Cover werden mußte. Leisure gefiel die Idee und sie setzten es um.

Angela: Mögen Sie Ihre Cover (nun, wer kann Sie nicht mögen? *g*) und haben Sie ein Lieblingscover oder Lieblingsmodel? Ich habe gesehen, daß John DeSalvo das Model für „Rejar“ und „Knight Of A Trillion Stars“ war. Was halten Sie von dem Cover für MTT, das die Szene im Kerker darstellt? War Joe Anselmo IHR Gian?

Dara Joy: Natürlich liebe ich die Cover! Ich habe festgestellt, daß manche Leser ein neutraleres Cover wünschen und manche Leser hätten lieber ein Cover mit den Charakteren drauf. Es ist eine seit langem andauernde Diskussion und jede Seite hat ihre treffenden Argumente. All die Models, die an meinen Büchern gearbeitet haben waren großartig. “Mine To Take“ ist eines meiner Lieblingscover. Ich fand, daß der Künstler und das Model Gian perfekt eingefangen haben.

Angela: Sie wechseln zwischen verschiedenen Genres: Fantasy/Science-Fiction, Historicals, Contemporaries... Welches Genre macht Ihnen am meisten Spaß? Wie recherchieren Sie für ihre historischen Bücher? Müssen Sie viel für Ihre Matrix Of Destiny-Serie recherchieren? Oder benutzen Sie hierfür ausschließlich Ihre Phantasie?

Dara Joy: Ich schreibe alles davon gerne. Wenn ich mit einem Buch beschäftigt bin, tauche ich vollkommen darin ein. Historische Bücher verlangen viele Recherchen bezüglich des entsprechenden Zeitalters und dies setzt normalerweise ein ziemliches Wühlen durch viele Wälzer über dieses Periode voraus. Tatsächlich macht es großen Spaß. Die Matrix Of Destiny-Bücher entspringen hauptsächlich meiner Phantasie. Wenn die Welt erst einmal entstanden ist, recherchiere ich sie, könnte man so sagen.

Angela: BITTE verraten Sie uns, woher Sie Ihre großartigen Helden haben!!! Welchen mochten Sie am liebsten? Sie sind einfach zu gut um wahr zu sein... *lol* Aber Sie stellen Ihre Helden in einer Art dar, daß jede Frau ihren eigenen Helden aus dem wahren Leben wiedererkennen kann: stur, egozentrisch und im Herzen immer kleine Jungs. Wissen Sie, was Männer über Ihre Helden sagen? Können Sie über sich selber lachen?

Dara Joy: Vielen Dank dafür, daß Sie das sagen. Es wäre so schwer, einen herauszupicken... sie haben alle mein Herz berührt. Viele Männer lesen meine Bücher, besonders die Science Fiction-Crossover. Ich bin immer wieder überrascht und erfreut, wenn ich bei einer SF-Convention bin und ein männlicher Leser auf mich zukommt und sagt, daß er meine Bücher gelesen habe. Eine Begegnung ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Er sah meinen Namensanstecker und fragte mich, ob ich die Matrix of Destiny-Bücher geschrieben habe. Ich sagte ja. Er streckte seine Hand aus um meine zu schütteln und sagte mir, daß es eine Freude wäre, mich kennenzulernen. Ich fragte ihn, welche Bücher er gelesen habe und er sagte „Alle“. In diesem Moment spürte ich, daß eine Chance besteht, daß Liebesromane tatsächlich sowohl die geschlechtlichen Barrieren als auch die Genre-Barrieren überkreuzen könnten.

Angela: Woher bekommen Sie Ihre Ideen für Ihre Matrix Of Destiny-Serie? Durch Filme, Bücher, Phantasien?

Dara Joy: All dies fällt mir einfach so ein.

Angela: Sie waren in diesem Jahr mit Kathryn Falk (Anm.: = Lady Barrow; Herausgeberin des Romantic Times Magazine, die für Leserinnen und Autorinnen gemeinsame, sehr ausgefallene und teure Reisen organisiert) in Italien. Machen Sie solche Reisen öfter? Wie war denn der Italien-Trip und welche anderen Autorinnen nahmen an der Reise teil? Werden Sie auch weiterhin an Kathryn Falks Europareisen teilnehmen? Hat diese Reise nach Florenz, Venedig, Rom etc. Ihre Arbeit inspiriert...?

Dara Joy: Leider konnte ich aufgrund einer Familienkrankheit nicht an der Reise nach Italien teilnehmen. Ich habe gehört, daß es sagenhaft war. Oh ja, ich würde jederzeit an sämtlichen Reisen Kathryn Falks teilnehmen. Sie ist ein Wunder wenn es darum geht, diese Ausflüge zusammenzustellen. Es gibt Reiserouten und spezielle Besuche, die nur Lady Barrow arrangieren kann. Dies macht jede Reise einzigartig und unvergesslich. Weiterhin ist man mit einer wunderbaren Gruppe von Autorinnen und Leserinnen zusammen. Diese Kameradschaft läßt einem den Trip wie eine Familienreise oder eine Reise mit Freunden erscheinen. Ich habe an Lady Barrows vergangenen Reisen teilgenommen und hoffe, daß ich in der Zukunft an noch mehr ihrer Reisen nach Europa und anderswo teilnehmen kann.

Angela: Ich hörte, daß die Arbeit an der Matrix Of Destiny-Serie Sie sehr anstrengt und aussaugt. Können Sie uns erklären, warum die Arbeit an diesen Geschichten so schwer für Sie ist?

Dara Joy: Ich betrachte es nicht so sehr als harte Arbeit, da diese Arbeit aus der Liebe heraus stattfindet. Diese Bücher enthalten sprichwörtlich Hunderte von Handlungssträngen und Details. Jeder Charakterzug und jede Szene hat seine Bewandtnis. (Ja, Lilac wurde aus einem ganz bestimmten Grund so entworfen wie sie war - - Anm. Für Lilac aus „Rejar“ gab es hier und da ein wenig Kritik, da sie im Vergleich zum Helden kaum charakterisiert wurde.) Deshalb und aufgrund der emotionalen Intensität dieser Geschichten brauche ich eine Pause dazwischen, um die Palette zu klären. Dazu kommt, daß ich gerne auch einmal andere Wege erforsche. Ich finde, daß dies meiner Kreativität ermöglicht zu wachsen. Aber ich liebe diese Serie und ich liebe es, sie zu schreiben.

Angela: Wann können wir das nächste Buch innerhalb der Matrix Of Destiny-Reihe erwarten? Wann gibt es Traeds Geschichte zu lesen? Haben Sie ein Ende der Serie geplant und wissen Sie, wieviel Bücher die Serie umfassen wird?

Dara Joy: Ja, die ganze Serie ist bereits verplant. Zu diesem Zeitpunkt denke ich, daß es 10 oder 11 Bücher sein werden, aber das steht noch nicht endgültig fest. Die Story muß sich entfalten während sie sich entfaltet... was ein oder zwei Bücher mehr im Laufe dieser Entwicklung bedeuten könnte. Es hängt davon ab, wie sehr ich (und die Leser) wünschen, daß ich gewisse Pfade stärker verfolge. Ich bin dabei, die Arbeit an den Büchern fortzusetzen.

Leider habe ich noch kein Veröffentlichungsdatum für Sie parat, aber sobald ich eines habe, werde ich es alle wissen lassen. Besuchen Sie für diesbezügliche Updates regelmäßig meine neue Website http://www.officialDaraJoy.com; sie startet am 1. August 2000. Wir hoffen sobald wie möglich hierüber weitere Informationen veröffentlichen zu können.

Mein nächstes Buch nach „High Intensity“ wird ein Hardcover von William Morrow/Avon sein (sie veröffentlichen auch die Hardcover von Johanna Lindsey) und erscheint im Frühjahr 2001. Mehr darüber wird bald bekanntgegeben (besuchen Sie auch hierfür die Website für zukünftige Informationen etc.).

Angela: Sie planen, ein Sequel zu „Tonight Or Never“ (dt. Titel: „Die Schwarze Rose“) zu schreiben. Können Sie Ihren deutschen Fans einige Hinweise zu dem Sequel geben, da „Tonight Or Never“ auch in Deutschland veröffentlicht wurde?

Dara Joy: Eigentlich hatte ich nicht vorgehabt, ein Sequel zu diesem Buch zu schreiben, aber da ich so viele Anfragen für „The Black Rose“, Sir Percys Geschichte, erhalten habe, habe ich zugestimmt, daß er vermutlich sein eigenes Buch braucht (ich selbst war ebenfalls von seinen rotkehlcheneierblauen Augen hingerissen). Es wird allerdings eine ganze Weile dauern, bis ich dazu komme, da ich vorher an einigen anderen Büchern arbeiten muß.

Angela: Sie sind bekannt für Ihre erotischen Liebesszenen. Ich habe mal gehört, daß einige Autorinnen zuerst die Story schreiben und danach erst die Liebesszenen einfügen. Wie schreiben Sie ihre? Fällt es Ihnen schwer, sie zu schreiben? Ich glaube, daß Liebesszenen den Teil eines Buches darstellen, wo der Autor das meiste über sich selbst preisgibt. Sehen Sie das auch so?

Dara Joy: Die Liebesszenen sind für mich ein wesenseigener Teil der Geschichte und der Charaktere. Der Grad der Leidenschaft zwischen dem Held und der Heldin ergibt sich aus ihrem Verhalten zueinander. Liebesszenen, aus Sicht des Autors, sind nicht schwieriger als andere Szenen – wenn die Muse einen an diesem Tag beflügelt läuft es wunderbar. Beflügelt einen die Muse nicht, bedeutet das, daß man zurück ans Reißbrett muß. :-) Bücher sind die Spiegel unserer schöpferischen Seele, ich bin nicht sicher, was das offenbart. Ich kann Stunden damit zubringen, über ein einzelnes Wort nachzudenken. Ich würde mich niemals mit weniger als dem Besten von dem, was in mir steckt, zufriedengeben. Dies schulde ich meinen Lesern.
Alle von meines am besten!
Mit Liebe,
Dara Joy

© Isolde Wehr und Angela Weiß, Juli 2000, Die romantische Bücherecke

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Dieses Interview entstand im Juli 2000 zwischen Angela W. und Dara Joy für:



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