Interview mit Elizabeth Lowell

Elizabeth Lowell ist eine von Deutschlands bekanntesten Liebesromanautorinnen. Spannung, Unterhaltung und immer eine ungewöhnliche Geschichte sind ihr Markenzeichen.

Isolde: Können Sie uns zuallererst etwas über sich erzählen, wo Sie wohnen und so weiter?

Elizabeth Lowell: Ich lebe gemeinsam mit meinem Ehemann Evan in Pacific Northwest. Wir verbringen so viel Zeit, wie uns die Arbeit erlaubt, bei unseren Kindern (und dem ersten Enkelkind!) in San Diego, Kalifornien und Phoenix, Arizona. Gerade jetzt schaue ich meinem Enkelsohn zu, wie er fröhlich über meinen Ehemann geifert; ich kann nicht sagen, wessen Lächeln breiter ist.

Isolde: Warum schreiben Sie Liebesromane und nicht Mystery oder Allerwelts-Literatur? Gibt es dafür einen besonderen Grund?

Elizabeth Lowell: Während  meiner schriftstellerischen Tätigkeit habe ich Sience Fiction, "Allerwelts"-Literatur, Liebesromane und Mystery geschrieben. Ich mochte sie alle. Die Bücher, die ich jetzt schreibe, kombinieren Elemente als allem, was ich bisher getan habe Geschichte, Romantik, Abenteuer und Mystery. Egal, welchen Stempel die Leute dem, was ich schreibe, aufdrücken, ich werde auf jeden Fall immer eine konstruktive Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau in meine Bücher mit einbeziehen, denn ich genieße und werde auch weiterhin genießen seit 35 Jahren eine wundervolle Ehe mit meinem Mann.

Isolde: Ich liebte besonders die Bücher, die Sie und Ihr Mann unter dem Pseudonym Ann Maxwell geschrieben haben ("Shadow and Silk" - dt. Titel: Seidenpfade, "The Secret Sisters" - dt. Titel: Lockende Wildnis etc.) Für mich hatten diese gerade die richtige Mischung aus Abenteuer und Romantik.

Elizabeth Lowell: Vielen Dank!

Isolde: Ihre Donovan-Serie geht in dieselbe Richtung.

Elizabeth Lowell: Ja, und in den Rarities Unlimited Büchern, von denen "Moving Target" das erste ist, wird dieser Mix weiterhin mehr in Richtung Abenteuer/Spannung gleiten.

Isolde: Natürlich mag ich auch Ihre Historicals. Wenn Sie die Wahl hätten, würden Sie lieber weiterhin Contemporaries, Futuristics oder Historicals schreiben oder mal etwas völlig anderes?

Elizabeth Lowell: Ich bin sehr glücklich mit den Abenteuer/Romantik-Contemporaries, die ich jetzt schreibe. Dies verschafft mir die größtmögliche Auswahl an Themen und Hintergründen, auf die ich als Autorin zurückgreifen kann.

Isolde: Ich bin kürzlich darauf aufmerksam geworden, daß es da verschiedene Diskussionen in Ihrem Forum bezüglich der deutschen Cover Ihrer Bücher gegeben hat. Ich möchte die deutschen Buchverlage nicht in Schutz nehmen, aber es gibt da einige Gründe, warum die Übersetzungen Ihrer Bücher ein Clinch-Cover haben. Zuallererst ist der deutsche Liebesromanmarkt nicht so groß wie der amerikanische und es gibt nur einige wenige Verlage, die Liebesromane veröffentlichen. Mir gefällt es auch nicht, wenn Contemporaries das Cover eines Historicals verpaßt bekommen, doch der Grund ist einfach der, daß die deutschen Buchhändler nicht wissen würden, wie sie die Liebesromane verkaufen sollen, wenn diese nicht ein Clinch-Cover tragen würden. Und ein Großteil der deutschen Leser, der keinen Zugang zum Internet hat, wüßte nicht, wo er die Liebensromane in den Regalen finden soll, wenn es nicht das Regal mit Romanen mit Clinch-Covern gäbe. Wahrscheinlich kann ich Ihnen das an einem Beispiel besser erklären. Die Bücher von Linda Howard wurden in Deutschland mit Clinch-Covern verlegt. Der Übersetzung von "Kill and Tell" verpaßte der Herausgeber dann ein "normales" Cover und es hat sich nicht verkauft, so daß der Verlag keine Bücher von Linda Howard mehr übersetzen ließ. Solange Ihre Bücher nur übersetzt werden, habe ich nichts gegen die Clinch-Cover ;-) , denn für mich ist es viel wichtiger, daß diese auch in Zukunft übersetzt werden.
Nachdem Sie diese Fakten kennen, was denken Sie darüber, daß es im Moment nur diese zwei Möglichkeiten gibt entweder die Bücher bekommen ein normales Cover und verkaufen sich vielleicht nicht mehr und der Verleger läßt keines Ihrer Bücher mehr übersetzen oder sie werden auch weiterhin übersetzt, jedoch nur mit einem Clinch-Cover darauf?

Elizabeth Lowell: Ich finde, es wäre sehr nett, wenn die Cover wenigstens die richtige Zeit widerspiegeln würden. Und was den Rest betrifft, vielleicht sollte der Verlag mal in Betracht ziehen, den "Clinch" etwas zu dämpfen, indem sie ihn mit anderen Elementen aus dem Buch  kombinieren. Ich bezweifle auch, daß es unbedingt nötig ist, daß die Hand des Mannes am Busen der Frau ist oder im Schritt damit der Leser erkennt, daß es sich bei diesem Buch um einen Liebesroman handelt. Vielleicht werden mit der Zeit auch die deutschen Verlage lernen, was die amerikanischen bereits gelernt haben: Wenn das Buch so verpackt ist, daß es den Leser nicht dem Spott der anderen aussetzt, weil er das liest, was das Cover deutlich als "Müll" zu erkennen gibt, würde die potentielle Leserschaft bei einigen Autorinnen enorm ansteigen.

Vor die Wahl gestellt, nicht übersetzt oder mit einem billigen und geschmacklosen Cover herausgebracht zu werden, würde ich sehr ernsthaft über den gesamten Übersetzungsprozeß nachdenken.

Isolde: Wie recherchieren Sie für Ihre Bücher? Ich war von all den wunderbaren Einzelheiten über Jade in "Jadeinsel" oder Perlen in "Perlenbucht" beeindruckt.

Elizabeth Lowell: Ich lese beträchtlich viel für meine Recherchen. Universitätsbibliotheken, Buchläden, meine eigene Bibliothek, das Internet, Museen; sie sind alle großartige Ressourcen.

Isolde: Wenn Sie die Möglichkeit hätten, Ihre Karriere als Schriftstellerin noch einmal neu zu beginnen, was würden Sie ändern? Oder würden Sie gar nichts ändern?

Elizabeth Lowell: Ich würde gar nichts ändern. All das ist ein Teil von dem, was ich heute bin.

Isolde: Wie sehr hat sich Ihrer Meinung nach das Liebesroman-Genre in den letzten Jahren geändert?

Elizabeth Lowell: Ich glaube, das variiert mit jeder Autorin.

Isolde: Die Heldinnen wurden unabhängiger, die Helden vernünftiger. Haben sich auch ihre Helden seitdem verändert?

Elizabeth Lowell: Meine Heldinnen waren schon immer unabhängig, intelligent und fähig zur Liebe, meinen Helden waren schon immer dickköpfig, intelligent und fähig zur Liebe.

Isolde: Mir ist bekannt, daß Sie eine Menge Fans haben. Wie bleiben Sie in Kontakt mit diesen?

Elizabeth Lowell: Meistens durch meine Bücher. ;-) Tatsächlich ist meine Website www.elizabethlowell.com meine unmittelbarste Verbindung zu meinen Fans.

Isolde: Stört es Sie, wenn Sie immer dieselben Fragen gestellt bekommen?

Elizabeth Lowell: Wenigstens weiß ich, daß die Menschen weltweit alle gleich sind!

Isolde: Ich habe Ihre Seite der oft gestellten Fragen gelesen und werde Sie nichts über Eric und Utah fragen. ;-)

Elizabeth Lowell: Vielen Dank! Dafür bekommen Sie einen goldenen Stern.

Isolde: Woher stammen die Ideen für Ihre Bücher?

Elizabeth Lowell:  Ich nehme an, die kamen bei der Geburt mit meinen braunen Augen und der Neugier. Ich habe immer mehr Ideen als Zeit, sie jemals alle zu Papier zu bringen.

Isolde: Können Sie uns ein bißchen erzählen, wovon Ihre Futuristic-Bücher handeln, die unter dem Namen Ann Maxwell in Amerika veröffentlicht wurden? Diese sind nicht ins Deutsche übersetzt worden und die deutschen Fans würden gern etwas über diese erfahren.

Elizabeth Lowell: Es ist schwierig, "ein bißchen" über neun Bücher zu erzählen .... diese wurden ausgedacht, geschrieben und als Sience Fiction  in den USA verkauft. Erst in den letzten paar Jahren hat ein Liebesroman-Verleger fünf der Titel gekauft und als Futuristic-Romance neuaufgelegt (Das zeigt einem, wie akkurat die meisten "Stempel" sind).

Isolde: Werden Sie an der nächsten Romantic Times Convention in Orlando teilnehmen?

Elizabeth Lowell: Leider erlaubt mir mein Terminplan keine Zeit für Konferenzen.

Isolde: Wie lange brauchen Sie, um ein Buch zu schreiben?

Elizabeth Lowell: Die Recherchen und das "Aufziehen" von Charakteren kann Jahre dauern. Das Schreiben nimmt so viel Zeit in Anspruch, wie meine Verträge es erlauben; gewöhnlich ein Jahr.

Isolde: Welche sind Ihre Lieblingsbücher und -autoren?

Elizabeth Lowell: Es sind bei weitem zu viele um sie alle aufzuzählen!

Isolde: Haben Sie ein Lieblingsbuch oder einen Lieblingshelden unter all Ihren wundervollen Büchern, die Sie geschrieben haben?

Elizabeth Lowell: Das ist, als würden sie eine Mutter bitten, ein Lieblingskind unter Ihren Kindern zu wählen. Unmöglich.

Isolde: Was sind Ihre weiteren Pläne?

Elizabeth Lowell: Noch mehr schreiben!

Isolde: Vielen Dank, daß Sie sich die Zeit genommen haben, meine Fragen zu beantworten.

Elizabeth Lowell: Gern geschehen. Grüßen Sie meine Leser dort von mir.

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Dieses Interview entstand im Mai 2001 zwischen Isolde W. und Elizabeth Lowell für:



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