Interview mit Nora Roberts


Über Nora Roberts brauche ich glaube nicht viel zu sagen, eine Bestsellerautorin die einfach phenomenal ist. Wer sie nicht kennt, hat was verpaßt! Und in naher Zukunft wird es endlich auch Teil 1 ihrer Science-Fiction Serie auf deutsch zu lesen geben, ein ganz besonders Vergnügen, soviel kann ich schon sagen, denn die Romane haben Suchtgefahr! Nora Roberts gehört seit Jahren zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen und ich bin wirklich total erstaunt gewesen, daß sie einfach so einem Interview zugestimmt hat. Auf deutsch erscheinen ihre Romane bei Heyne, Bertelsmann, Blanvalet und Cora.

Isolde: Nora, können Sie uns ein bißchen über sich selbst und Ihr Leben erzählen?

Nora Roberts: Geboren und aufgewachsen bin ich in Maryland und ich war die Jüngste von fünf Kindern und das einzige Mädchen. Ich habe zwei Söhne -- und vier Hunde. Ich lebe jetzt in einer ländlichen Gegend von Maryland, an den Ausläufern der Blue Ridge Mountains.

Isolde: Sie sind meine absolute Lieblingsautorin. Und ich bin nicht allein. Da gibt es Millionen von anderen Nora-Roberts-Fans. Warum glauben Sie sind Ihre Bücher so erfolgreich?

Nora Roberts: Ich hoffe das liegt daran, daß ich eine gute, unterhaltende Geschichte erzähle. Ich schreibe Bücher über Beziehungen, Bücher über Menschen. Und über die Liebe. Für mich sind Beziehungen, Emotionen und der Sturm der Gefühle, wenn man sich verliebt, faszinierend darüber zu schreiben.

Isolde: Endlich wird nach langer Zeit "Naked in Death" ins Deutsche übersetzt werden. Als dieses Buch zuerst in Amerika erschien, wie waren da die Reaktionen seitens Ihrer Fans? Waren sie geschockt, weil dieses Buch sich von Ihrer anderen Arbeit so unterschied? Oder waren sie glücklich, daß Sie ihnen einen so großartigen Start einer neuen Serie beschert haben?

Nora Roberts: Als wir das erste Mal begannen, die In-Death-Serie in den Staaten zu veröffentlichen, haben wir nicht bekanntgegeben, daß J.D.Robb und ich ein und dieselbe Person sind. Es war nicht das, was man ein tiefes Geheimnis nennt, aber sowohl mein Verleger als auch ich wollten eine Serie, die sich unabhängig aufbaut. Und wir waren froh, als die Serie eine Leserschaft fand.

Als die Leser herausfanden, daß wir beide ein und dieselbe Person sind, gab es keinen großen Schock. Tatsache ist, daß es viele gibt, die die Robb-Bücher lasen ohne jemals einen Roberts gelesen zu haben, und die mir einen Versuch gaben, weil sie die In-Death-Serie  genossen haben.

Nach dem Feedback, das ich vom Lesern erhalte, mögen viele beide Arten und einige ziehen die eine der anderen vor. Das ist so wie ich hoffte, daß es funktionieren würde.

Isolde: Ich muß zugeben, daß ich Eve und natürlich Roarke, die Helden der In-Death-Serie, liebe. Ich möchte nicht mehr ohne die beiden leben. Deshalb sagen Sie mir bitte, daß kein Ende für diese phantastischen Bücher in Sicht ist.

Nora Roberts: Keine Panik! Da ist kein Ende in Sicht. Ich genieße es wirklich, die In-Death-Serie zu schreiben und habe keine Pläne, diese zu beenden.

Isolde: Warum spielt die In-Death-Serie in solch einer "nahen" Zukunft?

Nora Roberts: Ich wollte eine Welt schaffen, die sich - an ihrer Basis - nicht so sehr von der unsrigen unterscheidet. Mit dem Spielzeug und der Technologie kann ich veranschaulichen, daß, egal was, die menschliche Natur immer die selbe bleibt. Wir lieben noch, hassen, töten, beschützen usw. Wir brauchen noch Beziehungen und Kontakte.

Isolde: Möchten Sie unsere Zukunft so, wie Sie sie in Ihren Büchern beschreiben?

Nora Roberts: Ich würde sicher zuerst den ersten AutoChef aus der gesellschaftlichen Linie raushaben wollen. Und ich hätte nichts dagegen, einiges hinsichtlich Körpermodellierung zu versuchen, oder 120 zu werden und noch ziemlich gut auszusehen. Ich würde auch gern einen Elternteil sehen, der sich entscheidet, zuhause zu bleiben, um seine oder ihre Kinder zu erziehen und dafür als professioneller Elternteil bezahlt zu werden.

Isolde: Das Verbrechen in den In-Death-Büchern ist immer sehr grausam. Haben Sie Alpträume, wenn Sie diese Art von Geschichten schreiben? Oder macht es Ihnen einfach Spaß, Menschen auf dem Papier zu killen? ;-)

Nora Roberts: Menschen auf dem Papier zu töten kann sehr zufriedenstellend sein. Es muntert mich oft auf nach einem langen, harten Tag.

Isolde: Maggie und Rogan aus "Born in Fire" erinnern mich sehr an Eve und Roarke. Haben Sie dies absichtlich getan?

Nora Roberts:  Nein. Ich sehe wirklich nicht zu viele Ähnlichkeiten. Beiden Männer sind Iren und vermögend, beide Frauen sind willensstark und kommen aus schwierigen Kindheiten. Aber Rogan wurde in Reichtum geboren, während Roarke seinen selbst schuf egal wie. Eves Vergangenheit war traumatischer als Maggies - Maggie hatte einen liebenden Vater, hatte immer ein Zuhause, eine Schwester, Freunde. Maggie ist eine Künstlerin während Eve, nun, eine Art Soldat ist.

Isolde: Ich liebe es, Ihre Trilogien zu lesen. Werden Sie auch weiterhin Bücher in Serien schreiben?

Nora Roberts: Ich hoffe es, da ich diese Form genieße. Ich liebe es, zusammenhängende Geschichten mit unterschiedlichen Hauptcharakteren und einer gemeinsamen Handlung zu erzählen.

Isolde: Wenn Sie Ihre Helden kreieren, haben Sie dann lebende Personen im Sinn?

Nora Roberts: Nein, niemals.

Isolde: Bekommen Sie viele E-Mails aus anderen Ländern? Wie bleiben Sie mit Ihren Fans in Kontakt?

Nora Roberts: Ja, ich bekomme viele und es macht großen Spaß. Das Internet ist eine wunderbare Art zu kommunizieren. E-Mails haben es mir ermöglicht, weltweit Kontakt mit Lesern zu pflegen. Ich weiß nicht, was ich früher ohne dem gemacht habe.

Isolde: Ich war glücklich zu hören, daß einige Ihrer früheren Arbeiten neu aufgelegt werden, da diese Art von Geschichten schwer zu finden sind. Was war der Grund dafür? Warum haben Sie neue Geschichten für die "Night Tales" und die "Irish"-Serie geschrieben?

Nora Roberts: Silhouette legt meine älteren Bücher hauptsächlich aufgrund Nachfrage von Lesern wieder auf, da diese sehr schwer aufzutreiben und sehr kostspielig sind. Es gibt eine neue Generation von Lesern, die diese Bücher möchte und Silhouette gibt diese zu erschwinglichen Preisen neu heraus. Ich habe die "Ableger" geschrieben, da es mir Spaß macht zurückzugehen, frühere Charaktere zu besuchen - und darüber zu sprechen, daß das Glücklichsein bis ans Ende ihrer Tage nicht mit einer Ehe endet. Ich genieße es wirklich, Geschichten über die Söhne und Töchter meiner ursprünglichen Charaktere zu erzählen. Es ist eine nette Fortsetzung.

Isolde: Sie schreiben so wundervolle Bücher, daß ich einfach nicht Fragen zu allen diesen stellen kann, oder dieses Interview wird niemals zu einem Ende kommen ;-). "Honest Illusions" war so wundervoll, weil Sie über diese einzigartige Beziehung zwischen Roxanne und Luke geschrieben haben. "Divine Evil" war so großartig, weil es so ein finsterer und faszinierender Roman war und "Born in Fire" war einfach wegen Maggie und Roarke, den Helden, wundervoll. Ich wünsche mir immer, Ihre Bücher würden niemals enden. Ist es schwer für Sie, daß Ende eines solchen wundervollen Buches zu schreiben oder sind Sie froh, daß die Arbeit beendet ist?

Nora Roberts: Ich muß sagen, ich bin immer froh, wenn ein Buch beendet ist. Ich liebe den Schreibprozeß, aber zu dem Zeitpunkt, wenn ich ein Buch unter Dach und Fach habe, bin ich bereit weiterzugehen.

Isolde: Wissen Sie, in wie vielen Ländern Ihre Bücher verkauft werden?

Nora Roberts: Ich weiß es nicht genau. Ich weiß, sie werden weltweit herausgegeben - in ganz Europa, Asien und Südamerika, in Israel. Diesen Sommer werde ich Helsinki und Prag zwecks kleiner Lesereisen besuchen.

Isolde: Ich habe gehört, daß Ihre Bücher auch verfilmt wurden. Können Sie uns sagen, welche das sind?

Nora Roberts: "This Magic Moment" wurde für´s Fernsehen mit dem Titel "Magic Moments" verfilmt. Im Moment sind Drehbücher für "Sanctuary" und "The Reef" in Arbeit. CBS will diese als Fernsehfilme drehen.

Isolde: Können Sie uns sagen, wie Ihr typischer Arbeitstag aussieht?

Nora Roberts: An den meisten Tagen schreibe ich, wenn alles klappt, sechs bis acht Stunden. Ich knapse hier und da Zeit für meine E-Mails und Nachrichtenbretter ab. Dann koche ich Abendessen. Vielleicht kehre ich dann zurück und beantworte noch ein paar E-Mails, oder schreibe weiter, wenn ein Buch mich wirklich bewegt. Dann lasse ich mich mit einem Buch oder vor dem Fernseher fallen.

Isolde: Was sind Ihre Lieblingsbücher und -autoren?

Nora Roberts: Ich habe so viele. Mary Stewart bleibt meine nie erreichte Favoritin. Aber ich bin in einer Familie von Lesern aufgewachsen und Bücher sind schon immer Teil  meines Lebens gewesen. Ich liebe Patricia Gaffneys Arbeit und ihr "The Saving Graces" ist etwas ganz besonderes. Elizabeth Berg, John Sandford, Sue Grafton, Lawrence Block usw. usw.

Isolde: Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?

Nora Roberts: Das nächste Buch ist immer mein größter Plan.
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© Isolde Wehr, April 2000, Die romantische Bücherecke

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Dieses Interview entstand im April 2000 zwischen Isolde W. und Nora Roberts für:



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